HENNIGSDORF
| Seit 1910/17 wurde das 1375 zum ersten Mal urkundlich erwähnte Hennigsdorf zu einem Industriestandort ausgebaut, wo sich nun auch zahlreiche Arbeiterfamilien aus katholischen Gebieten wie Schlesien und Rheinland niederließen. Katholische Gottesdienste gibt es wieder seit dem 19.3.1922, zuerst in einer Fabrikhalle, zuständig war zunächst der Pfarrer von Velten. Später nutzte man einen umgebauten Pferdestall. Seit 1913 bestand ein Kirchbauverein, aber erst am 20.12.1925 konnte auf einem von der AEG geschenkten Grundstück eine von Heinrich Filz entworfene Kapelle mit einem kleinen Glockenträger benediziert werden. Links und rechts entstanden 1926 das Pfarrhaus und bis 1931 auf Initiative der Kolpingsfamilie (damals Gesellen-Verein) ein Gemeindehaus mit Unterkünften für Arbeiter. Hier gründeten auch Salvatorianerinnen eine Niederlassung, die bis 1960 bestand. 1934 eröffneten sie den Kindergarten der Gemeinde. Die 1926 in der Fabrikstraße eingerichtete katholische Schule wurde 1937 von den Nationalsozialisten entkonfessionalisiert. Am 25.3.1934 wurden in Hennigsdorf die etwa 1800 Teilnehmer eines katholischen Jugendtreffens von Mitgliedern der Hitlerjugend überfallen - es war der erste schwere Zwischenfall in den Auseinandersetzungen mit dem NS-Staat, denen bald das Verbot aller katholischen Verbände folgte. Erster Geistlicher für die seit 1927 selbständige Kuratie war bereits seit 1924 Joseph Zawacki. 1939 zählte die Gemeinde 3000 Katholiken, seit 1957 ist sie Pfarrei. 1942 wurde die Tochtergemeinde Schönwalde ausgegliedert, nach deren Auflösung 1997 der Ort Bötzow wieder nach Hennigsdorf eingepfarrt wurde. Seit etwa 1952 werden auch die Katholiken in Stolpe-Süd mit betreut. Die alte Kirche musste wegen Baufälligkeit 1977 abgetragen werden. Der von Lothar Feitel entworfene und unter tatkräftiger Mithilfe der Gemeinde erbaute Neubau wurde bereits seit der Christmette 1977 genutzt und am 28.5.1978 konsekriert. 1986 errichtete die Gemeinde auch einen frei stehenden Glockenturm, der aber erst seit Weihnachten 1990 Glocken trägt. Patronatsfest: 2. Oktober |


